Kein Geld zum Sparen?

Sparmänner

Ich hätte im letzten Beitrag erläutert, was mit Sparen und Zeit alles möglich ist. Nun kommen sehr oft Einwände, wie ich habe kein Geld zum Sparen übrig oder Sparen bringt doch eh nichts.

Ich bin aber der Meinung 25 Euro im Monat (das ist der Mindestbetrag für einen ETF-Sparplan bei der Comdirect Bank) bekommt jeder zusammen.

Auf etwas, wofür die Deutschen Geld ausgeben, bin ich gestern gestoßen, als ich bei meiner Postagentur war, um Briefmarken zu kaufen. Eigentlich ein Zeitschriften-Kiosk, mit Tabakwaren, Lotto-Annahme usw.

Es war eine kleine Schlange und so konnte ich beobachten, was so im Laden erworben wurde. Wahrscheinlich weil gestern Freitag war, waren die meisten Leute wegen neuer Lottoscheine im Geschäft.
Was mich erstaunt hat, sind die Summen die für einen einzigen Spieltag ausgegeben werden. Ein Mann war gleich mit 3 Tippscheinen am Start. Die Gewinnkontrolle ergab – NULL Gewinn.
Die gleichen Zahlen sollten auch für die Sonnabend Ziehung gespielt werden. Das kostete fast 50 Euro! Der Mann sah so aus, dass er diese Prozedur regelmäßig betreibt.

Das sind bei zwei Ziehungen in der Woche – 400 Euro im Monat! Bei 52 Wochen im Jahr über 5000 Euro. Bei 5% Rendite hätte der Mann in 15 Jahren ein kleine Häuschen für 100.000 Euro zusammengespart.
Eventuell war es ja eine Spielgemeinschaft, die die Kosten auf mehrere Schultern verteilt. Das macht den Fakt aber nicht besser. Sie sollten lieber einen Anleger-Club gründen und lernen das Geld an der Börse zu investieren.

Selbst 5 Tipps pro Ziehung summieren sich im Monat zu 40 Euro. Das wäre doch ein schöner Anlagebetrag. Im Jahr fast 500 Euro.

Über die Gewinnwahrscheinlichkeiten sollte sich doch jeder im Klaren sein. Wird sogar bei der Lotto-Werbung immer mit angegeben. Lotto hat ein ganz schlechtes Chancen-Risiko-Verhältnis.

Für alle die es visuell benötigen, habe ich ein nettes Video auf Youtube gefunden. Das ist von der Fondgesellschaft DWS. Ich bin kein Freund von Fonds aber besser das Geld zur DWS als in den Lotto-Laden.


Mit der Macht der Zeit zur Million!

DWS Akkumula

Es ist schon paradox wie viele Deutsche denken, Börse ist kompliziert oder noch schlimmer, Börse ist nur was für Reiche.

Dabei habe ich gestern in einer Zeitschrift gesehen, wie einfach es ist Millionär zu werden. Als Beispiel diente dabei der DWS Akkumula, ein international breit aufgestellter Aktienfond.
Der Fond startete im Sommer 1961 seinen Siegeszug. Hätten meine Eltern damals einen Sparplan mit 100 Euro (200 DM) im Monat für mich angelegt, wäre ich heute Millionär.

Gut, 200 Deutsche Mark waren 1961 bestimmt nicht für jeden möglich wegzulegen. Der Durchschnittslohn lag unter 400 Deutschen Mark. Für ein Viertel der Deutschen wäre es aber möglich gewesen.
Ist in Deutschland ein Viertel der Bevölkerung Millionär? “Natürlich” nicht – 2017 zählte man 1,3 Millionen. Das sind nicht einmal 2 Prozent.
Dabei wäre es so einfach gewesen – beim freundlichen Bankberater der Deutschen Bank einen Fondsparplan abgeschlossen und bis heute bespart.

Was die Grafik noch ganz gut zeigt, ist der Faktor Zeit. Bis zum 20. Jahr verläuft das Vermögen nur knapp über den Einzahlungen, erst dann entwickelt der Zinseszins seine volle Kraft.
Der Zinseszins ist nun mal eine Exponentialfunktion. Leider hat heute niemand die Geduld 50 Jahre an einem Sparvertrag festzuhalten.

Also ihr jungen Leute von heute, fangt sofort an mit dem Sparen. Heute geht das mit ETFs weit billiger, als mit dem Fondklassiker. Als Millionär in Rente gehen – ein schönes Ziel.