Wie finde ich den richtigen Broker?

Broker

Bevor du die erst Aktie handeln kannst, brauchst du einen Broker als Bindeglied zur Börse. Vor den 80er Jahren waren kommerzielle Banken starken Einschränkungen im Wertpapiergeschäft unterlegen. Banken war die Börsenmitgliedschaft und damit der (direkte) Börsenhandel untersagt. Wertpapiereigen- und -emissionsgeschäfte waren ihnen zwar erlaubt, doch mussten diese über zugelassene Broker abgewickelt werden. Mit dem Wegfall der strikten Regelungen, fusionierten viele Banken mit Brokern und bekamen Zugang zum Wertpapiergeschäft. Umgekehrt stießen im laufe der Zeit viele Broker in das klassische Bankgeschäft vor.

Bei den Brokern unterscheiden wir drei verschiedene Typen. Es gibt Full-Service-Broker, Discount-Broker und die Banken selbst.

Die Full Service Broker

Die großen Namen unter den Brokerfirmen wird wohl jeder kennen. Das sind klangvolle Namen wie Goldman Sachs, Merrill Lynch oder Bear Stearns. Sie nennen sich Full-Service-Broker, weil sie sie alle Abteilungen eines Brokers abdecken.

Die Abteilungen sind das Investmentbanking, der Research-Bereich und der Vertrieb.

So hilft der Investment-Bereich Unternehmen beim Gang an die Börse und der Emission der Aktien.

Die Research-Abteilung analysiert und bewertet den Markt. Sie geben in gewissen Zeitabschnitten Einschätzungen und Berichte zu börsennotierten Unternehmen heraus.

Die dritte Abteilung ist dann der Vertrieb.

Die Bank als Broker

In Deutschland spielten Broker vor dem Internetzeitalter kaum eine Rolle. Hier erledigten im Wesentlichen die Geschäftsbanken die Aktiengeschäfte.
Die Banken konnte man in Deutschland mit den Full-Service-Brokern in den USA vergleichen.

So führen die Banken in Deutschland auch Aktienemissionen durch.
Kleine Emissionen begleitet in der Regel eine Bank. Für große Emissionen schließen sich die Banken auch mal zu einem Konsortium zusammen.
Bestes Beispiel ist wohl der Börsengang der Deutschen Telekom. Im IPO-Konsortium waren fast alle großen deutschen Finanzinstitute vertreten. Die Deutsche Bank war seinerzeit der Konsortialführer.

Da fast alle Banken involviert waren, gab es auch kaum negative Stimmen zum Börsengang. Der Börsengang wurde ein voller Erfolg auch für die Banken. Es konnten rund 500 Millionen Aktien mit einem Wert von circa 20 Milliarden Mark platziert werden. Schätzungen besagen, dass hierbei 700 Millionen Mark als Provision für die beteiligten Banken abfiel.

Da die Geschäftbanken meist viele Filialen unterhalten, ist der Vertrieb ihrer Produkte über den Bankschalter gesichert. Die Manpower die vorgehalten werden muss, spiegelt sich auch in den zu zahlenden Gebühren wieder.

Direktbanken die keine Filialen betreiben können dagegen bedeutend preiswerter agieren. Das Argument, in der Bank bekomme ich noch die Beratung vor der Aktienanlage dazu, kann man in der heutigen Zeit nicht mehr gelten lassen. Alle Informationen die Berater in der Filiale hat, können im Prinzip auch ergoogelt werden. Wer sich an die Anlage in Einzelaktien heranwagt, sollte ohnehin ein gewisses Grundverständnis auf diesem Gebiet haben.

Was für eine Bank gegenüber einem Broker spricht, ist die Möglichkeit hier auch gleich ein Giro-Konto für die täglichen Geldgeschäfte führen zu können.

Discount-Broker

Die dritte Gruppe an Brokern sind die Discount-Broker. Seit der breiten Nutzung des Internets entwickelten sich auch immer mehr Online-Broker. Der Hauptnutzen, den das Internet für Investitionen brachte, ist die massive Senkung der Gebühren. Insbesondere bei Privatanlegern sind die Provisionssätze, die sie für den Handel mit Wertpapieren zahlen, drastisch gesunken. Vor der breiten Verfügbarkeit von Discount-Brokern konnten Full-Service-Broker ihre Kontrolle über den Markt unangefochten ausüben und exorbitante Provisionssätze verlangen.

Wenn wir an „Discount“ denken, sprechen wir in der Regel über den Lebensmittelhandel. Dort sind es Anbieter, die zu günstigen Preisen ein meist eingeschränktes Angebot an Waren bereithalten. Auch unter den Brokern gibt es Discount Broker. Sie bieten aber, so wie alle anderen Broker auch, viele handelbare Basiswerte oder Wertpapiere an. Verzichtet wird hier jedoch auf einen umfangreichen Kundenservice und meist auch Anlageberatung. Das schlägt sich in den geringeren Gebühren nieder. Discount Broker gibt inzwischen für alle Bereiche der spekulativen Geldanlagen.

So kommen Discount Broker für eine Reihe von Anlegern in Frage. Einerseits die, welche sich bereits recht gut mit dem Handel auskennen und daher keinen großen Kundenservice mehr benötigen. Andererseits ist ist zum Beispiel Daytrading für Privatpersonen erst mit den gefallenen Gebühren profitabel umsetzbar.

Ich empfehle heutzutage immer zu einem Discount-Broker zu gehen bzw. zu einer Bank mit günstigem Online-Broking. Wie man den “besten” für sich findet im nächsten Beitrag.