Wegen Inflexibilität spart sich der Deutsche arm

Reich

Der Deutsche an sich gilt in der Welt eher als konservativ. Und in der Masse trifft das wohl auch zu, auch wenn man damit eine gewisse Inflexibilität verbindet.

Leider betrifft diese Inflexibilität der Deutschen auch das Thema Geldanlage. Allgemein sagt man, dass die Deutschen nur ihren Sparbüchern und Bankanlagen “vertrauen”. Ich bin aber eher der Meinung, dass dieses Festhalten an dem Vertrauten an der Bequemlichkeit liegt etwas Neues zu Lernen.

Ähnlich lief es doch auch mit den Tagesgeldkonten bei den Onlinebanken. Obwohl die Vorteile jedem bewusst waren, wie:

– auf die kompletten Einlagen kann täglich zugegriffen werden. Was beim Sparbuch nicht so war.
– auch dieses Ersparte (pro Bank und Anleger 100.000 Euro) ist im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherungen nach EU-Richtlinien vor Bankeninsolvenzen geschützt.
– auch Tagesgeldkonten sind größtenteils kostenlos
– die Verzinsung war um einiges höher als bei Sparbüchern
– es ist jederzeit kündbar

brauchte es einige Zeit, bis das Geldanlegen bei einer Onlinebank zur Normalität wurde.

Nun lohnen sich die klassischen Lösungen nicht mehr. Das Groh der Deutschen traut sich aber oft mangels Wissen nicht an die vermeintlich unsicheren Anlagestrategien heran.
Dabei ist es kaum komplizierter einen ETF Sparplan zu starten als Geld online zu überweisen. Das Onlinekonto hat man dank Tagegeld doch ohnehin.

Schon ab kleinsten Summen von 25 Euro sind ETF-Sparpläne bei vielen Onlinebanken möglich. Exchange Traded Funds, kurz ETF werden an der Börse gehandelt, passiv gemanagt und bilden in der Regel die Wertentwicklung von Indizes nach, beispielsweise dem Deutschen Aktienindex (DAX). Der bekannteste Index ist der MSCI World. Er umfasst 1.600 Unternehmen und mindert aufgrund der breiten Streuung das Risiko.

Wir sehen, dass Geld das abseits der eisernen Reserve für die kommenden Jahre nicht benötigt wird, investiert werden sollte. Aber trotz mangelnder Renditechancen sparen laut Statista 40 Prozent der Deutschen 2019 mit ihrem Girokonto, 45 Prozent setzen weiterhin auf Sparbücher und Spareinlagen und verlieren so durch die Inflation real jedes Jahr an Kaufkraft.

Fazit:
Die Mehrheit der Deutschen spart sich zurzeit eigentlich arm. Alle, die hier solche Blogs lesen, sind da in der Regel schon einen Schritt weiter. Es ist an euch hier Aufbauarbeit zu leisten.

Mit neuen Ideen aus Afrika

Sonneuntergang

Das es in den letzten beiden Wochen hier so ruhig war, liegt nicht etwa an der mangelnden Lust – nein ich war auf Urlaub in Afrika.
Genauer gesagt ich war in (oder auf?) Madagaskar. Noch genauer auf der Insel Nosy Be.

Kein Ort der bei vielen Deutschen auf dem Zettel steht. Das Exotische an diesem Ziel hat mich wohl gereizt. Dabei ist das keinesfalls ein Abenteuerurlaub gewesen – nein eine ganz “normale” Pauschalreise, die man bei Sonnenklar.tv buchen kann. Mit allen Vorteilen, die man als Pauschaltourist nur haben kann. Man muss sich um fast nichts kümmern.

Was ich bei meiner Buchungseuphorie außer acht gelassen habe, ist das wir in der so genannten Regenzeit gefahren sind und auf Nosy Be gerade keine Saison war. Dieser Fakt stellte sich für uns aber als Glückstreffer heraus. Im ganzen Hotel waren nur 3 Pärchen zu Gast. Ein Paar aus Frankreich und neben uns ein weiteres deutsches Paar aus dem schönen Hessen. Ich habe nicht gezählt aber mindestens 50 Leute Personal kümmerten sich nur um uns. Ich kann nicht sagen, ob und wie sich das rechnet, wir haben den Service genossen.

Zudem hatten wir auch die volle Aufmerksamkeit des Chefs, der uns auch gleich in einen Bungalow upgegradet hat. Er hat gesagt, die stehen ohnehin leer und wir wären näher an Wasser und Restaurant. Ein wunderbarer Ausgangspunkt um bei Ausflügen Land und Leute kennen zu lernen und an einem wirklich einsamen, privaten Sandstrand auf der Insel Sakatia zu baden. Auch bedeutete Regenzeit für uns – die ersten 6 Tage hat es gar nicht geregnet und dann gab es vier Tage lange 2 Stunden Regen, der sich meist nach Sonnenuntergang ereignete.

Zurück aus dem Urlaub werde ich Montag ein neue Rubrik auf der Seite eröffnen. Ihr könnt also gespannt sein.


Kapitalversicherung – Rendite aufbessern

Rechnen Versicherung

Obwohl der Anteil der Kapitallebensversicherungen am Gesamtaufkommen der Lebensversicherungen in Deutschland stetig abnimmt, bleibt sie immer noch eine beliebte Anlageform für die Deutschen.

Im Jahr 2017 belief sich der Bestand an Lebensversicherungsverträgen auf insgesamt rund 84,1 Millionen, der Anteil abgeschlossener Kapitalversicherungen lag bei etwa 34,8 Prozent. Im Jahr 2000 waren es noch 72 Prozent.
Schon damals warnte die Stiftung Warentest, dass Kapitallebensversicherungen unflexibel und intransparent sind und Todesfallschutz mit Sparprodukt vermischen. Heute bieten Versicherungen, wie zum Beispiel die CosmosDirect, keine Kapitallebensversicherungen mehr an.

Für alle, die heute ihre falsche Entscheidung revidieren möchten, hier einige Tipps für bessere Renditen, ohne die Verträge zu kündigen. Einen Vertrag zu kündigen, ist meist die schlechteste Option.

Um dem schlechten Vertrag nicht jedes Jahr mehr Geld zukommen zu lassen, sollte eine eventuelle Dynamische Anpassung gekündigt werden. Dazu kommt, je älter sie werden, um so weniger lohnt sich diese jährliche Steigerung.

Viele abgeschlossene Kapitallebensversicherungen enthalten oft auch einen Unfalltod-Zusatzversicherung. Das sind Kosten die den Sparanteil kürzen. Lassen sie diesen Zusatz streichen. Es ist sinnvoller diesen Schutz in einem separaten Vertrag mit meist besseren Leistungen abzuschließen, falls überhaupt benötigt.

Wenn sie können, kann es sinnvoll sein, die Beträge nicht mehr monatlich zu zahlen. Ähnlich wie bei Sachversicherungen, ist ein Jahresbeitrag deutlich günstiger. Wer monatlich seine Prämie zahlt, muss Aufschläge bis zu 5 Prozent bezahlen.

Sollte das eigene kleine Häuschen auf der Wunschliste stehen, sollte man auf jedenfalls prüfen, ob und wie der Vertrag in die Finanzierung mit eingebunden werden kann.


Kein Geld zum Sparen?

Sparmänner

Ich hätte im letzten Beitrag erläutert, was mit Sparen und Zeit alles möglich ist. Nun kommen sehr oft Einwände, wie ich habe kein Geld zum Sparen übrig oder Sparen bringt doch eh nichts.

Ich bin aber der Meinung 25 Euro im Monat (das ist der Mindestbetrag für einen ETF-Sparplan bei der Comdirect Bank) bekommt jeder zusammen.

Auf etwas, wofür die Deutschen Geld ausgeben, bin ich gestern gestoßen, als ich bei meiner Postagentur war, um Briefmarken zu kaufen. Eigentlich ein Zeitschriften-Kiosk, mit Tabakwaren, Lotto-Annahme usw.

Es war eine kleine Schlange und so konnte ich beobachten, was so im Laden erworben wurde. Wahrscheinlich weil gestern Freitag war, waren die meisten Leute wegen neuer Lottoscheine im Geschäft.
Was mich erstaunt hat, sind die Summen die für einen einzigen Spieltag ausgegeben werden. Ein Mann war gleich mit 3 Tippscheinen am Start. Die Gewinnkontrolle ergab – NULL Gewinn.
Die gleichen Zahlen sollten auch für die Sonnabend Ziehung gespielt werden. Das kostete fast 50 Euro! Der Mann sah so aus, dass er diese Prozedur regelmäßig betreibt.

Das sind bei zwei Ziehungen in der Woche – 400 Euro im Monat! Bei 52 Wochen im Jahr über 5000 Euro. Bei 5% Rendite hätte der Mann in 15 Jahren ein kleine Häuschen für 100.000 Euro zusammengespart.
Eventuell war es ja eine Spielgemeinschaft, die die Kosten auf mehrere Schultern verteilt. Das macht den Fakt aber nicht besser. Sie sollten lieber einen Anleger-Club gründen und lernen das Geld an der Börse zu investieren.

Selbst 5 Tipps pro Ziehung summieren sich im Monat zu 40 Euro. Das wäre doch ein schöner Anlagebetrag. Im Jahr fast 500 Euro.

Über die Gewinnwahrscheinlichkeiten sollte sich doch jeder im Klaren sein. Wird sogar bei der Lotto-Werbung immer mit angegeben. Lotto hat ein ganz schlechtes Chancen-Risiko-Verhältnis.

Für alle die es visuell benötigen, habe ich ein nettes Video auf Youtube gefunden. Das ist von der Fondgesellschaft DWS. Ich bin kein Freund von Fonds aber besser das Geld zur DWS als in den Lotto-Laden.


Mit der Macht der Zeit zur Million!

DWS Akkumula

Es ist schon paradox wie viele Deutsche denken, Börse ist kompliziert oder noch schlimmer, Börse ist nur was für Reiche.

Dabei habe ich gestern in einer Zeitschrift gesehen, wie einfach es ist Millionär zu werden. Als Beispiel diente dabei der DWS Akkumula, ein international breit aufgestellter Aktienfond.
Der Fond startete im Sommer 1961 seinen Siegeszug. Hätten meine Eltern damals einen Sparplan mit 100 Euro (200 DM) im Monat für mich angelegt, wäre ich heute Millionär.

Gut, 200 Deutsche Mark waren 1961 bestimmt nicht für jeden möglich wegzulegen. Der Durchschnittslohn lag unter 400 Deutschen Mark. Für ein Viertel der Deutschen wäre es aber möglich gewesen.
Ist in Deutschland ein Viertel der Bevölkerung Millionär? “Natürlich” nicht – 2017 zählte man 1,3 Millionen. Das sind nicht einmal 2 Prozent.
Dabei wäre es so einfach gewesen – beim freundlichen Bankberater der Deutschen Bank einen Fondsparplan abgeschlossen und bis heute bespart.

Was die Grafik noch ganz gut zeigt, ist der Faktor Zeit. Bis zum 20. Jahr verläuft das Vermögen nur knapp über den Einzahlungen, erst dann entwickelt der Zinseszins seine volle Kraft.
Der Zinseszins ist nun mal eine Exponentialfunktion. Leider hat heute niemand die Geduld 50 Jahre an einem Sparvertrag festzuhalten.

Also ihr jungen Leute von heute, fangt sofort an mit dem Sparen. Heute geht das mit ETFs weit billiger, als mit dem Fondklassiker. Als Millionär in Rente gehen – ein schönes Ziel.